Pressemitteilung - Working Paper 136

Multivariate strukturelle Zeitreihenmodelle mit Doppelzyklen – Folgen für die Messung der Produktionslücke und des potenziellen Wachstums

Strukturelle Zeitreihenmodelle, die auf die Faktoreinsätze einer Produktionsfunktion angewandt werden, ergeben häufig kleine Produktionslücken und infolge dessen erratische Messungen des potenziellen Wachstums. Wir stellen ein Doppelzyklusmodell vor, bei dem es sich um eine Erweiterung des multivariaten Trend-plus-Zyklus-Modells durch Phasenverlagerungen handelt. Das Doppelzyklusmodell ist eine Kombination von zwei Arten von Modellen: dem Trend-plus-Zyklus-Modell und dem zyklischen Trendmodell, bei dem sich der Zyklus in der Wachstumsrate einer Variablen zeigt. Diese Eigenschaft erlaubt es, die Hysterese zu berücksichtigen. Die Hysterese ist im Falle der Arbeitslosigkeit ein wahrscheinliches Phänomen, sie kann sich aber auch aufgrund langer Investitionszyklen auf den Kapitalstock auswirken. In dem vorgestellten Modell kann die Hysterese alle Faktoreinsätze der Produktionsfunktion beeinträchtigen und die Phasenverlagerungen werden auf die Doppelzyklen ausgeweitet. Hierdurch lassen sich dann echte Messungen des potenziellen Wachstums berechnen, die frei von Hysterese und weniger anfällig für Volatilität sind. Ein ergänzender Maßstab der Produktionslücke, die die Hysterese berücksichtigt, kann abgeleitet werden.