Pressemitteilung - Working Paper 110

Wirtschaftlicher Impakt von Hafenaktivitäten – der Fall Antwerpen

Der wirtschaftliche Impakt des Hafensektors wird normalerweise auf einer aggregierten Ebene an Indikatoren wie Mehrwert, Beschäftigung und Investitionen gemessen.  Dieser Artikel versucht, die wirtschaftliche Relevanz sowohl für die regionale als auch für die nationale Wirtschaft auf einer disaggregierten Ebene zu bestimmen. Er versucht, die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Hafenakteuren selbst und zwischen ihnen und anderen belgischen Industriezweigen aufzuzeigen, zu quantifizieren und zu lokalisieren. Aufgrund mangelnder Information wird der Außenhandel nur sehr kurz angegangen, doch kann die in diesem Papier umrissene Methode verwendet werden, um die nationalen Wirkungen von Änderungen bei den Hafenaktivitäten auf detaillierter Ebene zu messen.

Es wurde eine Sektorenanalyse ausgeführt, indem eine regionale Input-Output-Tabelle zusammengestellt wurde, die auf mikroökonomische Daten zurückgreift: ein Bottom-up-Ansatz. Die wichtigsten Kunden und Zulieferer der Schlüsselakteure oder Stakeholder des Hafens wurden identifiziert. Durch Anwendung der Daten auf einer disaggregierten Ebene kann auch eine geografische Analyse durchgeführt werden. Jeder Kunde oder Zulieferer kann über seine Postleitzahl lokalisiert werden. Dabei wird der wirtschaftliche Impakt sowohl funktionsbezogen als auch geografisch quantifiziert.

Im Fall des Hafens von Antwerpen zeigen die Ergebnisse wesentliche Verknüpfungen zwischen Spediteuren und Schiffsmaklern. Die geografische Analyse weist auf die Existenz von bedeutenden Ballungseffekten in und um den Hafen von Antwerpen hin, der als bedeutender Umschlagstandort angesehen wird.