Pressemitteilung - Working Paper 223

(Not so) easy come, (still) easy go? Ein neuer Blick auf footloose Multinationals

In dieser Schrift wird die Hypothese der „Ungebundenheit“ multinationaler Unternehmen (MNU) neu untersucht. Gestützt auf ein Probit-Modell verwenden wir Daten der Unternehmensebene für Belgien im Zeitraum 1997-2008 unter Berücksichtigung der Endogenität der Determinanten für Unternehmensabgänge. Die Ergebnisse unserer Untersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen. Erstens ist die unbedingte Wahrscheinlichkeit für Abgänge von MNU geringer als für heimische Unternehmen. Zweitens wird die Differenz zwischen der Abgangswahrscheinlichkeit von MNU und heimischen Unternehmen positiv, wenn man Eigenschaften der Unternehmen bzw. des Sektors kontrolliert, wie Unternehmensalter, totale Faktorproduktivität, irreversible Kosten, Größe, Wettbewerb auf dem Produktmarkt, Wertschöpfungszuwachs in dem Sektor, sektorale Pseudovariablen. Drittens zeigen unsere Ergebnisse dass MNU weniger empfindlich für irreversible Kosten und Größe sind als einheimische Firmen. Dies kann als eine geringere Schwelle für einen Abgang aufgrund größerer Möglichkeiten der Umsiedlung von materiellen und immateriellen Aktiva auf Konzerngesellschaften im Ausland angesehen werden.