Pressemitteilung - Working Paper 180

Branchenspezifische Gehaltsunterschiede: Welche Rolle spielt Rent Sharing?

published in The Manchester School, 79(4), July 2011, p 691-717.

Der vorliegende Artikel befasst sich mit der sektorenspezifischen Lohnungleichheit in Belgien. Zu Grunde gelegt wurde hierbei eine einzigartige Datensammlung mit Informationen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite für die Jahre 1999 bis 2005. Aus der Analyse ergeben sich bei ansonsten vergleichbaren Merkmalen und Arbeitsbedingungen deutliche Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmern, die in unterschiedlichen Sektoren beschäftigt sind. Diese Differenzen bestehen fort, und es ist weder ein deutlicher Rückgang noch ein Anstieg festzustellen. Ferner zeigt sich, dass Arbeitnehmer in profitableren Unternehmen bei ansonsten vergleichbaren Parametern deutlich mehr verdienen. Anhand der zeitlichen Dimension der von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vorliegenden Informationen lässt sich die Rentabilität der Unternehmen anhand ihres zeitverzögerten Wertes veranschlagen. Die veranschlagte Elastizität zwischen Löhnen und Gewinnen bleibt relativ stabil und schwankt zwischen 0,034 und 0,043. Daraus ergibt sich, dass die Lohnspreizung auf Grund von Rent Sharing zwischen 24 und 37 Prozent des Durchschnittsgehalts liegt. Rent Sharing, also der Zusammenhang zwischen Löhnen und Gewinnen, zeichnet für einen Großteil der branchenspezifischen Gehaltsunterschiede verantwortlich. Dementsprechend stellen wir fest, dass Ausmaß, Streuung und Signifikanz branchenspezifischer Lohnungleichheit deutlich abnehmen, wenn die Gewinne kontrolliert werden.