Gesamtswirtschaftliche Projektionen für Belgien

Die Belgische Nationalbank veröffentlicht zweimal jährlich ihre gesamtwirtschaftlichen Projektionen für Belgien. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier dargestellt. In der Wirtschaftsrevue vom Juni 2021 werden diese Ergebnisse ausführlicher erläutert.

Projections économiques 2021

Die Projektionen werden im Rahmen gemeinschaftlicher Projektionen des Eurosystems erstellt und beruhen auf technischen Annahmen und internationalen Projektionen, die von der EZB und den nationalen Zentralbanken der Eurozone gemeinsam formuliert werden. Dabei werden nur verabschiedete Maßnahmen berücksichtigt oder solche, deren Verabschiedung sehr wahrscheinlich ist, und bei denen die Art und Weise der Umsetzung bereits hinreichend bekannt war zu dem Zeitpunkt, an dem die Arbeiten an der Projektion abgeschlossen wurden. Der Projektionszeitraum erstreckt sich bis zum Jahr t+3 (im vorliegenden Fall bis 2023); für weiter entfernte Jahre nimmt die Fehlerquote hinsichtlich der Projektionen zu, unter anderem weil die Annahmen, insbesondere die mit Bezug auf das internationale Umfeld, zunehmend unsicher sind. Durch die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Covid-19-Gesundheitskrise und über die Wiederbelebung der Nachfrage sind diese Projektionen mit erheblichen Aufwärts- und Abwärtsrisiken verbunden.

Die aktuellsten, am 14. Juni 2021 veröffentlichten Projektionen für Belgien wurden am 26. Mai 2021 abgeschlossen. Die entsprechenden Ergebnisse für die Eurozone werden auf der dafür bestimmten Website der EZB veröffentlicht.

Die Wirtschaftstätigkeit in Belgien steigt in diesem Jahr um 5,5%, unter anderem dank der Fortschritte bei der Impfkampagne, die eine allmähliche Lockerung der restriktiven Maßnahmen ermöglichen. Bis Ende 2021 wird das BIP somit das Vorkrisenniveau erreicht haben. Danach wird sich das Wachstum normalisieren bei 3,3% im Jahr 2022 und 1,6% im Jahr 2023. Der Arbeitsmarkt geht nahezu unbeschadet aus der Krise hervor: Die Arbeitslosigkeit ist kaum gestiegen und die meisten der vorübergehend Arbeitslosen könnten nach dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen wieder in Arbeit gehen. Die Arbeitslosenquote wird also 6% nicht übersteigen. Die Inflation steigt 2021 kräftig an, auf 2,2%, insbesondere getrieben durch höhere Energiepreise, und schwächt 2023 ab auf 1,8%. Die öffentliche Defizit wird für das Jahr 2021 auf 6,8% des BIP geschätzt. Es würde danach zurückgehen, aber bei unveränderter Politik immer noch rund 4,5% des BIP im Jahr 2023 erreichen. Die Staatsverschuldung weist auch nach 2023 einen Aufwärtstrend auf.

Gesamtwirtschaftliche Projektionen für Belgien: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 

 

2019

2020

2021r

2022r

2023r

BIP nach Volumen
(Veränderung in Prozent)

1,8

-6,3

5,5

3,3

 1,6

Inlandsbeschäftigung
(durchschnittliche jährliche Veränderung, in Personen)

75 600

-800

31 600

8 400

 32 100

Arbeitslosenquote
(in % der Erwerbsbevölkerung)¹

5,4

5,6

5,8

6,0

5,9

Inflation
(HVPI – Veränderung in Prozent)

1,2

0,4

2,2

2,1

 1,8

Finanzierungssaldo der staatlichen Verwaltungen
(in % des BIP)

-1,9

-9,4

-6,8

-4,0

 -4,5

Staatsverschuldung
(in % des BIP)

98,1

114,1

112,8

112,1

113,7

Quelle: BNB

1 15-64-Jährige, Bruttodaten

Redaktionsschluss: Mittwoch, 26. Mai 2021. Nächste Veröffentlichung: Dezember 2021.