Gesamtswirtschaftliche Projektionen für Belgien

Die Belgische Nationalbank veröffentlicht zweimal jährlich ihre gesamtwirtschaftlichen Projektionen für Belgien. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier dargestellt. In der Wirtschaftsrevue vom Dezember 2019 werden diese Ergebnisse ausführlicher erläutert.

Die Prognosen werden im Rahmen gemeinschaftlicher Projektionen des Eurosystems erstellt und beruhen auf technischen Annahmen und internationalen Prognosen, die von der EZB und den Zentralbanken der Eurozone gemeinsam formuliert werden. Dabei werden nur verabschiedete Maßnahmen berücksichtigt oder solche, deren Verabschiedung sehr wahrscheinlich ist, und bei denen die Art und Weise der Umsetzung zu dem Zeitpunkt bereits hinreichend bekannt war, zu dem die Arbeiten an der Projektion abgeschlossen wurden. Der Projektionszeitraum erstreckt sich bis zum Jahr t+3 (im vorliegenden Fall bis 2022); für weiter entfernte Jahre nimmt die Fehlerquote hinsichtlich der Projektionen zu, unter anderem weil die Annahmen, insbesondere die mit Bezug auf das internationale Umfeld, zunehmend unsicher sind.

Die aktuellsten, am 16. Dezember 2019 veröffentlichten Projektionen für Belgien wurden am 27. November 2019 abgeschlossen. Die entsprechenden Ergebnisse für die Eurozone werden auf der dafür bestimmten Website der EZB veröffentlicht.

Der Anstieg der Wirtschaftstätigkeit in Belgien ist bisher im Vergleich zum Euroraum überraschend robust geblieben, dürfte sich aber unter dem Einfluss der allmählich rückläufigen Inlandsnachfrage trotz einer allmählichen Erholung des Welthandels ab 2020 stetig abkühlen. Insbesondere das Investitionswachstum der Unternehmen schwächt sich ab, während der Beitrag der Nettoexporte zum Wachstum weiterhin negativ ist. In der ersten Hälfte des Projektionszeitraums wird die steigende Kaufkraft zu einem schnelleren Anstieg des privaten Konsums führen, der jedoch gegen Ende etwas abflauen wird. Insgesamt dürfte das jährliche Wachstum der Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2019 1,3 % erreichen und dann allmählich auf 1 % im Jahr 2022 zurückgehen. 2019 inbegriffen werden im Projektionszeitraum voraussichtlich mehr als 170 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen (kumuliert). Die Arbeitslosenquote dürfte ab 2020 auf 5,4% sinken und danach im Großen und Ganzen stabil bleiben. Die Inflation dürfte 2019 1,3 % betragen und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen, was hauptsächlich auf den Rückgang der Energiepreise zurückzuführen ist. Bis 2022 dürfte sie auf 1,7 % steigen. Das gesamtstaatliche Defizit wird für 2019 auf 1,6 % des BIP geschätzt und dürfte bis zum Ende des Projektionszeitraums auf 2,8 % des BIP steigen.

 

Gesamtwirtschaftliche Projektionen für Belgien: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

 

2018

2019r

2020r

2021r

2022r

BIP (real)
(Veränderung in Prozent)

1,5

1,3

1,2

1,1

1,0

Inlandsbeschäftigung
(durchschnittliche jährliche Veränderung, in Personen)

65 700

67 200

47 000

30 400

24 800

Arbeitslosenquote
(in % der Erwerbsbevölkerung)¹

6,0

5,5

5,4

5,4

5,4

Inflation
(HVPI – Veränderung in Prozent)

2,3

1,3

1,3

1,5

 1,7

Finanzierungssaldo der staatlichen Verwaltungen
(in % des BIP)

-0,7

-1,6

-2,1

-2,6

-2,8

Staatsverschuldung
(in % des BIP)

100,0

99,1

99,2

99,8

100,5

Quelle: NBB
15-64-Jährige, Bruttodaten.

Redaktionsschluss: 27. November 2019. Nächste Veröffentlichung: Dezember 2020.