Gesamtswirtschaftliche Projektionen für Belgien

Die Belgische Nationalbank veröffentlicht zweimal jährlich ihre gesamtwirtschaftlichen Projektionen für Belgien. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier dargestellt. In der Wirtschaftsrevue vom Dezember 2020 werden diese Ergebnisse ausführlicher erläutert.

Die Projektionen werden im Rahmen gemeinschaftlicher Projektionen des Eurosystems erstellt und beruhen auf technischen Annahmen und internationalen Projektionen, die von der EZB und den nationalen Zentralbanken der Eurozone gemeinsam formuliert werden. Dabei werden nur verabschiedete Maßnahmen berücksichtigt oder solche, deren Verabschiedung sehr wahrscheinlich ist, und bei denen die Art und Weise der Umsetzung bereits hinreichend bekannt war zu dem Zeitpunkt, an dem die Arbeiten an der Projektion abgeschlossen wurden. Der Projektionszeitraum erstreckt sich bis zum Jahr t+3 (im vorliegenden Fall bis 2023); für weiter entfernte Jahre nimmt die Fehlerquote hinsichtlich der Projektionen zu, unter anderem weil die Annahmen, insbesondere die mit Bezug auf das internationale Umfeld, zunehmend unsicher sind. Durch die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Covid-19-Gesundheitskrise und über die Wiederbelebung der Nachfrage sind diese Projektionen mit erheblichen Aufwärts- und Abwärtsrisiken verbunden.

Die aktuellsten, am Montag, 14. Dezember 2020 veröffentlichten Projektionen für Belgien wurden am Mittwoch, 25. November 2020 abgeschlossen. Die entsprechenden Ergebnisse für die Eurozone werden auf der dafür bestimmten Website der EZB veröffentlicht.

Die Wirtschaftstätigkeit in Belgien schrumpfte in diesem Jahr um 6,7 %, was auf die restriktiven Maßnahmen zurückzuführen ist, die zur Verhinderung der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie verhängt wurden. Wenn die restriktiven Maßnahmen wieder gelockert werden und unter der Annahme, dass ab dem nächsten Jahr eine wirksame medizinische Lösung, wie z. B. ein Impfstoff, gefunden und verbreitet werden kann, wird in den nächsten zwei Jahren eine allmähliche Erholung von mehr als 3 % pro Jahr folgen, die vor allem durch den Konsum der Haushalte angetrieben wird. Andererseits wird die Erholung der Unternehmensinvestitionen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, und die Nettoexporte werden das Wachstum während die nächsten Jahre belasten. Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Bis Herbst 2021 werden rund 100 000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Arbeitslosenquote, die im vergangenen Jahr noch immer niedrig war, würde auf über 7 % ansteigen. Es wird erwartet, dass die Inflation im Jahr 2020 kaum 0,4 % betragen wird, was hauptsächlich auf den Rückgang der Energiepreise zurückzuführen ist. Bis 2023 soll sie auf 1,9 % steigen. Das öffentliche Defizit wird für das Jahr 2020 auf 10,6 % des BIP geschätzt und würde danach zurückgehen, aber bei etwa 6 % des BIP bleiben.

Gesamtwirtschaftliche Projektionen für Belgien: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse