Ein kurzer geschichtlicher Überblick über den Euro

Der Euro gehört seit dem 1. Januar 1999 zur Finanzlandschaft und seit dem 1. Januar 2002 haben wir ihn im Portemonnaie. Die Geburt einer einheitlichen europäischen Währung erforderte eine jahrzehntelange Vorbereitung.

  • 1957
    Alles begann mit dem 1957 unterzeichneten Vertrag von Rom, der für Europa als Ziel die Gründung eines „gemeinsamen Marktes“ ausgab, um den wirtschaftlichen Wohl­stand zu vergrößern und zu „einer immer enger werdenden Union der europäischen Völker“ beizutragen. Die Wirtschafts- und Währungsunion und die Einheitswährung tauchen jedoch nicht in diesem Text auf.
  • 1970
    Es sollte bis zum Werner-Vertrag (Ende 1970) dauern, bis die Europäische Gemeinschaft die Gründung einer Währungsunion ins Auge fasste. Durch die damaligen währungspolitischen Turbulenzen und das Ende des Bretton-Woods-Abkommens kam dieses Projekt nicht zustande.
  • 1985
    Die Europäische Gemeinschaft beschließt die Gründung eines einheitlichen europäischen Marktes. Es wurde schnell klar, dass dieser durch eine Einheitswährung ergänzt werden musste.
  • 1989
    Der Delors-Bericht zur Wirtschafts- und Währungsunion schlägt einen Dreistufen­plan zur Schaffung einer einheitlichen Währung und einer europäischen Zentralbank vor. Er gibt den Diskussionen über den Vertrag von Rom neue Nahrung.
  • 1992
    Die Europäische Gemeinschaft wird durch den Maastricht-Vertrag in eine vollständige Wirtschafts- und Währungsunion umgewandelt. Die Teilnehmer erlegen sich eine Reihe makroökonomischer Kriterien auf, die unbedingt einzuhalten sind, um an der Währungsunion teilnehmen zu können, die sog. Maastricht-Kriterien.
  • 1995
    Das formelle Engagement der 15 Mitgliedstaaten für eine Einheitswährung wird zu­sam­men mit einem Zeitplan auf dem Europäischen Gipfel von Madrid beschlossen; es basiert auf dem Grünbuch der Europäischen Kommission über die praktischen Modalitäten des Übergangs.
  • 1997
    Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wird auf der Sitzung des Europäischen Rats in Amsterdam von allen Mitgliedsländern angenommen. Für diejenigen Länder, die den Euro einführen werden, legt er bestimmte gemeinschaftliche Vorschriften auf dem Gebiet der öffentlichen Finanzen fest, insbesondere eine Höchstgrenze (3 %) für das Haushaltsdefizit, und sieht bei Nichteinhaltung finanzielle Sanktionen vor. Diese Vorschriften sind in einem assymetrischen System, in dem die Länder des Euro-Währungsgebiets eine einheitliche Geldpolitik haben, während die Haushaltspolitik eine nationale Angelegenheit bleibt, notwendig.
    Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (siehe Website Europäische Kommission)
  • 1999
    Die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion beginnt am 1. Januar 1999. Die Wechselkurse der teilnehmenden Währungen werden unwiderruflich festgelegt. Die Staaten des Euro-Währungsgebiets beschließen eine einheitliche Geldpolitik. Der Euro wird als gesetzliche Währung eingeführt. 
    Bis 2001 gibt es den Euro nur als Buchgeld (Schecks, Überweisungen, Bankkarten). Zahlungen an die Finanz- und Sozialämter können in Franken oder in Euro erfolgen, es gibt weder ein Verbot noch eine Verpflichtung, die einheitliche Währung zu verwenden.
    Grie­chenland führt den Euro im Januar 2001 ein.
  • 2002
    Am 1. Januar 2002 erscheinen die Euro-Münzen und -Banknoten und beginnt der Aufruf des belgischen Franken. Die Phase des doppelten Umlaufs von Euro und nationaler Währung endet in Belgien am 28. Februar 2002.
  • 2004
    Im Mai 2004 treten der Europäischen Union zehn weitere Länder bei. Sie verpflichten sich damit, den Euro langfristig als Währung einzuführen.
  • 2007
    Am 1. Januar 2007 treten Bulgarien und Rumänien der Europäischen Union bei und verpflichten sich damit, den Euro langfristig als Währung einzuführen. Slowenien führt den Euro ein.
  • 2008
    Malta und Zypern führen am 1. Januar 2008 den Euro ein.
  • 2009
    Am 1. Januar tritt die Slowakei dem Euro-Währungsgebiet bei. Damit verwenden nun 16 EU-Mitgliedstaaten die einheitliche europäische Währung.
  • 2011
    Mit dem Beitritt Estlands am 1. Januar 2011 erhöht sich die Anzahl der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets auf 17.
  • 2014
    Am 1. Januar 2014 führt Lettland als 18. Mitgliedstaat den Euro ein.
  • 2015
    Als letztes Land führt Litauen am 1. Januar 2015 den Euro ein.