Lexikon

 

  • Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)

    Internationale Finanzorganisation, deren Hauptaufgabe es ist, die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken der Industrieländer zu fördern. Die BIZ fungiert als „Bank der Zentralbanken“ und hat ihren Sitz in Basel.

  • Bankenunion

    Die Bankenunion ist ein System für die Beaufsichtigung und Abwicklung von Banken auf EU-Ebene, das auf Grundlage EU-weiter Vorschriften funktioniert. Sie besteht aus drei wesentlichen Bausteinen: (1) dem einheitlichen Regelwerk, (2) dem einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM), (3) dem einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRM). Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Bankensektor im Euro-Währungsgebiet und in der EU insgesamt sicher und zuverlässig ist und dass die Abwicklung insolvenzgefährdeter Banken nicht zulasten des Steuerzahlers geht und möglichst geringe Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat.

  • Bargeld

    Sämtliche von der nationalen Zentralbank ausgegebenen und von den Wirtschaftsakteuren gehaltenen Banknoten und Münzen.

  • Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

    Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 von den Gouverneuren der G-10 gegründet. Er beschäftigt sich mit Problemen der Bankenaufsicht, insbesondere mit den Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute.

  • Belgian Treasury Bills, BTB

    Stückelose Anleihen in Euro und in Fremdwährungen mit kurzer Laufzeit, die von der belgischen Staatskasse ausgegeben werden. Sie sind mit den Schatzanweisungen verwandt, die in Euro ausgestellt werden, können aber im Gegensatz zu Letzteren durchgehend ausgegeben werden.

  • Benchmark

    Bei Investitionen ist die Benchmark ein Referenzportefeuille oder –index, basierend auf den Liquiditäts-, Risiko- und Renditeerwartungen. Die Benchmark dient als Vergleichsmöglichkeit für die Leistungsfähigkeit des eigentlichen Portefeuilles.

  • Bilanz (Jahresabschluss)

    Die Bilanz gibt die Vermögenslage eines Unternehmens am Ende des Geschäftsjahres wieder. Auf der einen Seite hat man die Vermögensgegenstände des Unternehmens (seine "Aktiva"). Dazu gehören zum Beispiel die Grundstücke und Bauten, die es besitzt, sein Fahrzeug- oder Maschinenpark, seine Vorräte (Rohstoffe, Waren), die Forderungen gegenüber den Kunden, die Bankguthaben usw. In der anderen Waagschale liegen die Finanzierungsmittel des Unternehmens (seine "Passiva"). Es handelt sich dabei zum Beispiel um das von den Aktionären eingezahlte Kapital, um die bei Kreditinstituten aufgenommenen Gelder, um Handelsschulden, aber auch um Rücklagen und "Notgroschen", die gebildet wurden, um für unerwartete Ausgaben gerüstet zu sein. In der Bilanz sind diese Aktiva und Passiva alle in ganz bestimmte Positionen unterteilt.

  • Bimetallismus

    Dieses auf den beiden Metallstandards Gold und Silber basierende Währungssystem war bis Mitte des 19. Jahrhunderts praktisch überall in Kraft. Die Entdeckung ergiebiger Goldminen (1848 in Kalifornien und 1851 in Australien) und Silberminen (Nevada) führte zu übermäßigen Unterschieden bei der Kursentwicklung dieser beiden Metalle, was die Funktionsweise des Systems störte und allmählich zu seiner Abschaffung führte.

  • Bretton Woods

    In Bretton Woods, einem Ferienort in New Hampshire, wurden 1944 die Grundsteine für das internationale Währungssystem gelegt. Dort trafen sich die Finanzexperten der Alliierten des Zweiten Weltkriegs, um die finanziellen Bedingungen für den Frieden festzulegen. Mit dem neuen System sollten die Währungsschwankungen verhindert, ein flexibleres System als der Goldstandard entwickelt und die Wechselkurse stabilisiert werden. Das neue System basierte nicht nur auf dem Gold, sondern auch auf dem US-Dollar. Es blieb bis Anfang der Siebzigerjahre bestehen, als Präsident Nixon das Floaten des Dollars verordnete. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank sind zwei Institutionen, die auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet wurden.

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)

    Bruttowertschöpfung (d. h. vor Abzug der Abschreibungen) der Volkswirtschaft in der Berichtsperiode. Seine Änderung im Zeitablauf resultiert aus der Änderung der produzierten Mengen und der Preise (Änderung des realen BIP oder des BIP in konstanten Preisen).

  • Buchgeld

    Immaterielles Guthaben auf Sichtkonten bei Banken, auf Postscheckkonten oder auf Konten der Staatskasse.

  • Bürgschaften

    Barzahlungen, Obligationen und Kassenobligationen der EU, die im Rahmen administrativer Sicherheitsleistungen oder aufgrund der Sozialgesetzgebung bei der Hinterlegungs- und Konsignationszentralkasse hinterlegt werden.