Programme zum Ankauf von Vermögenswerten

Mit den groß angelegten Ankäufen von Vermögenswerten durch eine Zentralbank sollen Risikoprämien und/oder Laufzeitprämien gesenkt werden. Konkret bedeutet dies, dass die Ankäufe Druck auf die langfristigen Zinsen ausüben, auch wenn die kurzfristigen Zinsen an ihrer Untergrenze verharren. Aufgrund dieses Effekts auf die langfristigen Zinssätze hat die Geldpolitik weiterhin einen sehr direkten Einfluss auf die Investitions- und Konsumausgaben von Unternehmen, Haushalten und Regierungen. Schließlich sind Entscheidungen zum Konsum oder zur Investition in langlebige Güter in der Regel mittel- bis langfristig.

Das Eurosystem hat die folgenden Programme zum Ankauf von Vermögenswerten umgesetzt:

  • das Programm für die Wertpapiermärkte (securities market programme, SMP), dessen Ankäufe von Mai 2010 bis September 2012 andauerte;
  • die Outright Monetary Transactions (OMT), die ab September 2012 aktiviert werden konnten;
  • das umfassende Asset Purchase Program (APP), das seit Oktober 2014 in Kraft ist;
  • das Pandemic emergency purchase programme (PEPP), dessen Ankäufe im März 2020 begannen.

Am 18. März beschloss der EZB-Rat, ein neues zeitlich befristetes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten des privaten und öffentlichen Sektors aufzulegen. Ziel des Pandemic Emergency Programme (PEEP) war es den ernsten Risiken entgegenzuwirken, die der Ausbruch und die rasant zunehmende Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) für den geldpolitischen Transmissionsmechanismus und die Aussichten des Euroraums darstellten. Ankäufe im Rahmen dieses Programms konnten zunächst in Höhe von 750 Mrd. EUR getätigt werden. Im Laufe des Jahres 2020 wurde das Programm jedoch in zwei Phasen auf 1.850 Milliarden Euro ausgeweitet. Ankäufe im Rahmen dieses Programms werden mindestens bis Ende März 2022 getätigt, während Reinvestitionen des Nennbetrags fälliger PEPP-Wertpapiere bis mindestens Ende 2023 erfolgen.

Die Ankäufe im Rahmen des PEPP kommen zu den Ankäufen im Rahmen des bestehenden Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Program (APP)) hinzu. Von März 2015 bis März 2016 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme im Rahmen des APP auf 60 Mrd €, und von April 2016 bis März 2017 auf 80 Mrd €, während die Ankaufbeträge von April 2017 bis Ende Dezember 2017 erneut 60 Mrd € betrugen. Von Januar bis September 2018 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme auf 30 Mrd €, und von Oktober 2018 bis Ende Dezember 2018 auf 15 Mrd €. Ab November 2019 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme des bestehenden APP auf 20 Mrd €.

Um den Folgen der Coronakrise entgegenzuwirken, wurden die Nettoankäufe im Rahmen des APP 2020 mit einem zusätzlichen vorübergehenden Rahmen in Höhe von 120 Mrd € ausgeweitet, wie vom EZB-Rat am 12. März beschlossen.

Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die monatlichen Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP so lange fortgesetzt werden, wie dies für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt. Die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere werden weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem der EZB-Rat mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder angelegt und in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

Weitere Informationen zu den Programmen zum Ankauf von Vermögenswerten des Eurosystems finden Sie auf der Website der EZB unter: Asset purchase programmes und Pandemic emergency purchase programme (nur auf Englisch verfügbar).

Wertpapierleihgeschäfte von im Rahmen des APP und des PEPP angekauften Vermögenswerten

Wie anlässlich der EZB-Ratssitzungen vom 5. März 2015 und vom 1. Juni 2016 angekündigt, werden die im Rahmen des PSPP und des CSPP erworbenen Vermögenswerten dezentral für Wertpapierleihgeschäfte zur Verfügung gestellt, zur Unterstützung der Liquidität des Rentenmarktes und des Repomarktes. Auch die im Rahmen des PEPP erworbenen Vermögenswerte stehen für Wertpapierleihgeschäfte zur Verfügung, unter den gleichen Bedingungen wie bei APP. Weitere Informationen zu dem allgemeinen Rahmen des Eurosystems für Wertpapierleihgeschäfte finden Sie unter: ‘Securities lending of holdings under the expanded asset purchase programme (APP) and pandemic emergency purchase programme (PEPP)’.

Wertpapierleihe im Rahmen des PSPP und des PEPP (öffentlicher Sektor)

Die Belgische Nationalbank wird die im Rahmen des PSPP und des PEPP erworbenen Wertpapiere des öffentlichen Sektors (siehe Liste der verfügbaren ISIN-Nummern in der Anlage) über bilaterale Repogeschäfte oder bilaterale Repogeschäfte in Kombination mit bilateralen Reverse-Repogeschäften mit Geschäftspartnern, die mit der BNB ein Abkommen für Repogeschäfte in Euro abgeschlossen haben, verleihen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Wertpapierleihe im Rahmen des CSPP und des PEPP (Unternehmenssektor)

Auch im Rahmen des CSPP und des PEPP wird die Belgische Nationalbank die Möglichkeit bieten, über bilaterale Repogeschäfte in Verbindung mit bilateralen Reverse Repogeschäften mit Geschäftspartnern, die mit der BNB Kontakt für Repogeschäfte haben, Wertpapiere zu leihen. Neben bilateralen Leihgeschäften, hat die BNB beschlossen, sich am Automatic Securities Lending and Borrowing Programme von Euroclear Bank SA/NV zu beteiligen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Kontakt

Marktteilnehmer können sich per E-Mail unter forex@nbb.be oder telefonisch unter +32 2 221 4971 an das Front Office der BNB wenden.