Programme zum Ankauf von Vermögenswerten

Das erweiterte Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) fügt zu den bestehenden Programme zum Ankauf von Vermögenswerten des privaten Sektors ein Programm zum Ankauf von öffentlichen Wertpapieren hinzu, um den Risiken einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation zu berücksichtigen. Das Pandemie-Notfallankaufprogramm (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) wurde eingeführt als Reaktion auf die außergewöhnliche und akute Wirtschaftskrise, die das Ziel der Preisstabilität und das ordnungsgemäße Funktionieren des Transmissionsmechanismus der Geldpolitik gefährden könnte.

Die verschiedenen Ankaufprogramme

  • Drittes Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen (CBPP3)
  • Programm zum Ankauf von Asset-Backed Securities (ABSPP)
  • Programm zum Ankauf von Wertpapieren des öffentlichen Sektors (PSPP)
  • Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP)
  • Pandemic emergency purchase programme (PEPP)

Am 18. März beschloss der EZB-Rat, ein neues zeitlich befristetes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten des privaten und öffentlichen Sektors aufzulegen, um den ernsten Risiken entgegenzuwirken, die der Ausbruch und die rasant zunehmende Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) für den geldpolitischen Transmissionsmechanismus und die Aussichten des Euroraums darstellen: das Pandemie-Notfallankaufprogramm (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP).

Am 4. Juni beschloss der EZB-Rat, den PEPP-Betrag um 600 Mrd € auf insgesamt 1 350 Mrd € zu erweitern. Der Zeithorizont für die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP wird bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert. Der EZB-Rat wird die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP in jedem Fall durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise seiner Einschätzung nach überstanden ist. Die Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP erworbenen Wertpapiere werden mindestens bis Ende 2022 bei Fälligkeit wieder angelegt. Das zukünftige Auslaufen des PEPP-Portfolios wird in jedem Fall so gesteuert, dass eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses vermieden wird.

Die Ankäufe im Rahmen des PEPP kommen zu den Ankäufen im Rahmen des bestehenden Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Program (APP)) hinzu. Von März 2015 bis März 2016 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme im Rahmen des APP auf 60 Mrd €, und von April 2016 bis März 2017 auf 80 Mrd €, während die Ankaufbeträge von April 2017 bis Ende Dezember 2017 erneut 60 Mrd € betrugen. Von Januar bis September 2018 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme auf 30 Mrd €, und von Oktober 2018 bis Ende Dezember 2018 auf 15 Mrd €. Ab November 2019 belief sich die durchschnittliche monatliche Ankaufssumme des bestehenden APP auf 20 Mrd €.

Die Nettoankäufe im Rahmen des APP im Umfang von monatlich 20 Mrd € zusammen mit den Ankäufen im Zuge des zusätzlichen vorübergehenden Rahmens in Höhe von 120 Mrd € werden bis zum Ende des Jahres fortgesetzt, wie vom EZB-Rat am 12. März beschlossen. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die monatlichen Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP so lange fortgesetzt werden, wie dies für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt. Die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere werden weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem der EZB-Rat mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder angelegt und in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

Weitere Informationen zu den Programmen zum Ankauf von Vermögenswerten des Eurosystems finden Sie auf der Website der EZB unter: Asset purchase programmes und Pandemic emergency purchase programme (nur auf Englisch verfügbar).

Wertpapierleihgeschäfte von im Rahmen des APP und des PEPP angekauften Vermögenswerten

Wie anlässlich der EZB-Ratssitzungen vom 5. März 2015 und vom 1. Juni 2016 angekündigt, werden die im Rahmen des PSPP und des CSPP erworbenen Vermögenswerten dezentral für Wertpapierleihgeschäfte zur Verfügung gestellt, zur Unterstützung der Liquidität des Rentenmarktes und des Repomarktes. Auch die im Rahmen des PEPP erworbenen Vermögenswerte stehen für Wertpapierleihgeschäfte zur Verfügung, unter den gleichen Bedingungen wie bei APP. Weitere Informationen zu dem allgemeinen Rahmen des Eurosystems für Wertpapierleihgeschäfte finden Sie unter: ‘Securities lending of holdings under the expanded asset purchase programme (APP) and pandemic emergency purchase programme (PEPP)’.

Wertpapierleihe im Rahmen des PSPP und des PEPP (öffentlicher Sektor)

Die Belgische Nationalbank wird die im Rahmen des PSPP und des PEPP erworbenen Wertpapiere des öffentlichen Sektors (siehe Liste der verfügbaren ISIN-Nummern in der Anlage) über bilaterale Repogeschäfte oder bilaterale Repogeschäfte in Kombination mit bilateralen Reverse-Repogeschäften mit Geschäftspartnern, die mit der BNB ein Abkommen für Repogeschäfte in Euro abgeschlossen haben, verleihen.

Weitere Informationen über spezifische Details finden Sie unter:

Wertpapierleihe im Rahmen des CSPP und des PEPP (Unternehmenssektor)

Auch im Rahmen des CSPP und des PEPP wird die Belgische Nationalbank die Möglichkeit bieten, über bilaterale Repogeschäfte in Verbindung mit bilateralen Reverse Repogeschäften mit Geschäftspartnern, die mit der BNB Kontakt für Repogeschäfte haben, Wertpapiere zu leihen. Neben bilateralen Leihgeschäften, hat die BNB beschlossen, sich am Automatic Securities Lending and Borrowing Programme von Euroclear Bank SA/NV zu beteiligen.

Weitere Informationen über spezifische Details finden Sie unter:

Kontakt

Marktteilnehmer können sich per E-Mail unter forex@nbb.be oder telefonisch unter +32 2 221 4971 an das Front Office der BNB wenden.