Mindestreserven

Die Mindestreserven sind ein Bestandteil des Handlungsrahmens für die Währungspolitik in der Eurozone.

Zweck der Mindestreserven ist die Erfüllung der Ziele in Bezug auf die Stabilisierung der Geldmarktzinsen, die Schaffung (oder Vergrößerung) einer strukturellen Liquiditätsknappheit sowie ein Beitrag zur Kontrolle der Geldmengenexpansion.

Die Reserveanforderungen werden für jedes Institut auf Basis seiner Bilanz festgelegt. Zur Erreichung des Ziels der Zinsstabilisierung sollen die Institute mit Hilfe des Mindestreservesystems durchschnittliche Rückstellungen nutzen. Das bedeutet, dass die Erfüllung der Reserveanforderungen auf Basis der durchschnittlichen täglichen Reserveeinlagen des Instituts über einen Haltezeitraum von rund sechs Wochen festgelegt wird. Der Reservehaltezeitraum beginnt mit der Abwicklung der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (MRO) nach der Sitzung des EZB-Rates, bei der die geldpolitische Bewertung vorgenommen wird. Die erforderlichen Reserveeinlagen werden in einer Höhe verzinst, die dem Durchschnittszins des Haltezeitraums der Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems entspricht.