Geldpolitische Instrumente

Um seine wichtigsten Ziele zu erreichen, verwendet das Eurosystem verschiedene geldpolitische Instrumente und Verfahren, bei denen die nationalen Zentralbanken eine Schlüsselrolle spielen.

Im Einklang mit dem Grundsatz einer Offenmarktwirtschaft, die den freien Wettbewerb und eine effiziente Mittelzuteilung fördert, funktioniert das Eurosystem hauptsächlich durch Transaktionen mit Kreditinstitutionen in der Eurozone. Es wendet keine regulierenden Maßnahmen wie Devisenkontrollen oder Kreditbeschränkungen an. Die Reserveanforderungen sind das einzige regulierende Instrument. Alle Reserven tragen Zinsen (der Refinanzierungssatz für die erforderlichen Reserven und der Zinssatz für die Einlagefazilität für überschüssige Reserven) und Kredite werden nicht zu Vorzugszinsen gewährt, so dass die operativen Rahmenbedingungen der Geldpolitik keinen Spielraum für implizite Besteuerung oder Subventionen bieten.

Im Einklang mit seinem Emissionsprivileg ist das Eurosystem in der Lage, die Liquiditätslage auf dem Geldmarkt zu steuern und Einfluss auf die Geldmarktzinsen zu nehmen. Insgesamt weist das Eurosystem Liquiditätsbeträge zu, die es den Kreditinstituten der Eurozone ermöglichen, ihren Liquiditätsbedarf zu Preisen zu decken, die mit ihren ausgewiesenen politischen Absichten in Einklang stehen, wie durch die von der EZB festgesetzten Leitzinsen zum Ausdruck gebracht wird.

Das Eurosystem verwendet drei Arten von Instrumenten:

1. Offenmarktgeschäfte, in deren Rahmen die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, bei denen es sich um liquiditätszuführende Geschäfte handelt, die wöchentlich über Standardtender durchgeführt werden und in der Regel eine Laufzeit von einer Woche haben, eine wichtige Rolle spielen.

2. Ständige Fazilitäten

3. Mindestreserven

Daneben hat die EZB seit 2009 zusätzlich zu den Standards mehrere geldpolitische Maßnahmen ergriffen, d.h. Ankaufprogramme für Vermögenswerte als Ergänzung zum regulären Betrieb des Eurosystems.