Pressemitteilung - Working Paper 220

Die Bedeutung der Institutionen für die Exportdynamik

In dieser Studie wird der Einfluss der Vertragsdurchsetzung auf die Dynamik des internationalen Handels auf Ebene der Unternehmen untersucht. Die Verfasser entwickeln ein theoretisches Modell, um zu beschreiben, wie Wirtschaftsteilnehmer zu einem guten Ruf gelangen, um die Probleme aufgrund schwacher Durchsetzung von internationalen Verträgen zu überwinden. Wie stellen fest, dass unter sonst gleichen Bedingungen, Exporteure in Ländern mit besseren Vertragsinstitutionen ihre Geschäfte mit größeren Volumen beginnen und länger als Exporteure tätig bleiben. Die Wachstumsrate der Exporte einer Firma in ein Land nimmt jedoch, wenn sie überlebt, parallel zur Qualität der Institutionen des Landes ab. Diese Hypothese wird an einer umfassenden Palette belgischer Exportfirmen getestet, die zwischen 1995 und 2008 in alle Länder der Welt exportierten. Dazu werden zwei verschiedene empirische Strategien angewendet. In der ersten Strategie prüfen wir jeweils für ein bestimmtes Unternehmen und ein bestimmtes Jahr die Eigenschaften, die sich mit der Zeit für ein Unternehmen ändern. In der zweiten Strategie modellieren wir die Selektion expliziter mit einem zweistufigen Heckman-Verfahren, wobei wir als ausschließende Einschränkungen „extended gravity“-Variablen verwenden. In beiden Szenarien wird unsere Hypothese bestätigt. Insgesamt legen unsere Ergebnisse nahe, dass Institutionen von schwacher Qualität als Vertragspartner nicht nur zusätzliche Kosten für die exportierenden Unternehmen verursachen, sie belasten auch in beachtlichem Maße ihre Handelsvolumen und beeinflussen die Dynamik der Unternehmen auf ausländischen Märkten auf mannigfaltige Weise.