Pressemitteilung - Working Paper 217

Alexandre Lamfalussy und die Entwicklung seines Gedankens eines internationalen und europäischen Währungssystems (1961-1993)

Die Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), dem Vorläufer der Europäischen Zentralbank, am 1. Januar 1994 war ein wichtiger Meilenstein in der europäischen Geldpolitik. In diesem Papier betrachten wir die Arbeit des internationalen und europäischen Währungssystems unter dem ersten Vorsitzenden Alexandre Lamfalussy. Lamfalussys Karriere verlief auf drei Ebenen: er war Privatbanker, Zentralbanker und Akademiker. Teilweise beeinflusst durch Robert Triffin interssierte sich Lamfalussy schon früh für die internationale Währungspolitik. Dieses Papier analysiert seine Sicht des internationalen Währungssystems und der europäischen Währungsintegration sowie seinen Beitrag zum Delors-Bericht, der die Rahmenbedingungen für die europäische Währungsunion schaffte. Das Papier stützt sich weitgehend auf die in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich archivierten Arbeiten von Lamfalussy sowie die Protokolle der Sitzungen des Gouverneursausschusses der EG-Zentralbanken. Das Papier gibt nicht nur einen Einblick in die Analyse von Lamfalussys Gedanken zur Europäischen Währungsunion sondern bringt auch wichtige Erkenntnisse über die Weltanschauung und Denkweise der europäischen Zentralbanker seiner Zeit.