Pressemitteilung - Working Paper 214

Einfluss des internationalen Handels auf die Lohnstruktur: Belege aus einer kleinen offenen Volkswirtschaft

In den letzten Jahrzehnten hat der internationale Handel zwischen den Industrieländern und zwischen Hoch- und Niedriglohnländern zugenommen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwiefern der internationale Handel den Arbeitsmarkt beeinflusst. In der vorliegenden Analyse wird versucht, den Einfluss des internationalen Handels auf die Lohnverteilung in einer kleinen offenen Volkswirtschaft zu ermitteln. Es handelt sich hierbei um eine der wenigen Arbeiten, die versucht, (i) anhand umfassender, abgeglichener Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten branchenspezifische Lohnvorteile und disaggregierte Panel-Daten aus den einzelnen Branchen zu erfassen, um die Folgen von Veränderungen bei Ein- und Ausfuhren für das Lohngefälle zu prüfen und (ii) die Auswirkung der Einfuhren in Abhängigkeit vom Ursprungsland zu prüfen. Bezüglich der Ausfuhren stellen wir fest, dass sie sich positiv auf die branchenspezifischen Lohnvorteile auswirken. Die Ergebnisse zeigen ferner, dass sich der Anteil der Einfuhren aus Niedriglohnländern in hohem Maß negativ auf das sektorale Lohngefälle auswirkt, während der Einfluss der Einfuhren aus Hochlohnländern auf die Lohnstruktur weniger eindeutig zu sein scheint. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass sich der Handel mit Niedrig- und Hochlohnländern unterschiedlich auf das sektorale Lohngefälle auswirkt.