Pressemitteilung - Working Paper 211

Firmenneuzugänge, Inflation und der geldpolitische Transmissionsmechanismus

Im vorliegenden Papier wird ein Konjunkturzyklusmodell mit endogenen Firmenneuzugängen mit Hilfe von US-amerikanischen Daten geschätzt. Dies geschieht anhand eines Matchingprozesses, bei dem die modellspezifischen Impulsantwortfunktionen auf einen geldpolitischen Schock den empirischen möglichst genau angeglichen werden. Unsere VAR-Analyse berücksichtigt Unternehmensgründungen, Gewinne und Markups. Wir bewerten zwei Kanäle, über die ein Firmenneuzugang den geldpolitischen Transmissionsmechanismus beeinflussen kann. Auf Grund des Wettbewerbseffektes wird die Nachfrage nach vorhandenen Gütern durch das Hinzukommen neuer Marktteilnehmer elastischer, wodurch wiederum die gewünschten Markups und demnach auch die Preise sinken. Auf Grund der zunehmenden Produktvielfalt erhöht sich durch die steigende Zahl von Unternehmen der Verbrauchsnutzen, während die Lebenshaltungskosten gleichzeitig zurückgehen. Implizit ergeben sich daraus höhere Markups und durch die neukeynesianische Phillipskurve eine niedrigere Inflation. Während unser Modell die in den Daten verzeichnete Dynamik gut abbildet, generiert es eine unzureichende Volatilität bei Markups und Gewinnen. Schätzwerte der Standardparameter werden durch die Berücksichtigung von Firmenneuzugängen kaum beeinflusst. Unseren Ergebnissen zufolge spielt der Vielfaltseffekt eine wichtige Rolle. Allerdings finden wir keinen Beleg für den Wettbewerbseffekt.