Pressemitteilung - Working Paper 193

Löhne, Arbeit oder Preis: Wie reagieren Unternehmen auf Krisen?

Ergebnisse aus Untersuchungen in 15 europäischen Ländern mit fast 15.000 Unternehmen haben gezeigt, dass belgische Unternehmen stärker als der europäische Durchschnitt auf negative Geschäftsentwicklungen reagieren, indem sie feste und befristete Arbeitsplätze abbauen. Auf der Grundlage einer firmenspezifischen Analyse bestätigt das Papier das Ausmaß der unterschiedlichen Reaktion auf Schocks und untersucht die möglichen Faktoren für diesen Unterschied. Obwohl der Erklärungswert der Variablen begrenzt ist und die größte Aussagekraft des Modells von den Dummy-Variablen für Firmengröße, Wirtschaftssektor und Land ausgeht, lassen sich aus den untersuchten Variablen dennoch wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Die Bedeutung unternehmensspezifischer Tarifverhandlungen, die automatische Inflationsanpassung der Löhne, die geringe Nutzung flexibler Lohnmodelle, der hohe Anteil gering qualifizierter Arbeiter, der arbeitsintensive Produktionsprozess sowie die weniger strengen Gesetze zum Kündigungsschutz sind für die stärkeren beschäftigungsbezogenen Maßnahmen der belgischen Unternehmen verantwortlich. Das Vorhandensein vieler kleiner Unternehmen und eine übertarifliche Entlohnung hingegen sorgen für die Erhaltung von Arbeitsplätzen.