Pressemitteilung - Working Paper 190

What determines euro area bank CDS spreads?

Dieses Papier untersucht die erklärten Komponenten der Änderungen von CDS-Spreads bei 31 notierten Banken der Eurozone unter Zugrundelegung unterschiedlicher Risikotreiber. Bei der Identifizierung der Kreditrisikotreiber diente das Merton-Modell (1974) als Grundlage. Ergänzend wurden außerdem die individuelle CDS-Liquidität sowie andere markt- und konjunkturrelevante Variablen definiert, und es konnte aufgezeigt werden, dass diese wesentlich zur Erklärung von Änderungen von CDS-Spreads beitragen. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass Kredit-, Liquiditäts- und Konjunkturzyklen sowie marktweite Komponenten einer höchst unbeständigen Dynamik unterliegen. Dieses Ergebnis ist von großer Bedeutung, da Aufsichtsbehörden und Geldpolitiker liquiditätsbedingte Änderungen der CDS-Spreads anders interpretieren als Änderungen, die durch Konjunkturzyklen oder ein erhöhtes Kreditrisiko bedingt sind. Für die jüngste Finanzkrise können wir bestätigen, dass die stark ansteigenden CDS-Spreads durch ein erhöhtes Kreditrisiko bedingt sind. Individuelle CDS-Liquiditätsprämien und marktweite Liquiditätsprämien spielten aber dennoch eine bedeutende Rolle. Für den Zeitraum vor Beginn der Krise zeigt unser Modell und dessen Analyse auf, dass das Kreditrisiko nicht richtig bepreist war. Dies wurde z.B. auch vom Internationalen Währungsfonds (IMF) richtig beobachtet.