Pressemitteilung - Working Paper 189

Branchenspezifische Lohnunterschiede in EU-Ländern: welchen Aufschluss geben länderübergreifende, zeitvariable Daten?

published in the Journal of the European Economic Association, 8(2-3), April May 2010, pp. 478-486

Dieses Papier beschreibt das Vorkommen und die Hauptmerkmale branchenspezifischer Lohnunterschiede in acht EU-Ländern (Belgien, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Niederlande und Spanien) zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten (im Allgemeinen 1995 und 2002) und versucht, mögliche Erklärungen für diese Muster aufzuzeigen. Die Analyse verwendet die European Structure of Earnings Survey (SES), einen international harmonisierten Matched Employer-Employee-Datensatz, zur Beurteilung der branchenspezifischen Lohnunterschiede, die von zahlreichen arbeitnehmer-, arbeitgeber- und stellenspezifischen Kriterien abhängen. Nachdem die Möglichkeit untersucht wurde, dass die konditionalen Lohnunterschiede durch nicht beobachtbare arbeitnehmerspezifische Kriterien bedingt werden (eine nicht akzeptable Hypothese), konzentrierte sich die Untersuchung auf die Rolle institutioneller, branchenspezifischer Struktur- und Leistungsmerkmale zur Erklärung von Lohnunterschieden in verschiedenen Branchen. Die Ergebnisse legen die Schlussfolgerung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen branchenspezifischen Lohnunterschieden und Rent Sharing-Mechanismen (Abhängigkeit von Löhnen und Gewinnen) gibt und dass Rent Sharing häufiger in Branchen mit firmenspezifischen Tarifverträgen und höherer tarifvertraglicher Abdeckung vorkommt.