Pressemitteilung - Working Paper 182

Nominale und reale Lohnrigidität nach unten: Ergebnisse aus einer europaweiten Unternehmensstudie

published in The Scandinavian Journal of Economics, 112(4), December 2010, pp. 884-910

Es konnte bereits hinreichend festgestellt werden, dass die Löhne einzelner Arbeiter nur selten nach unten angepasst werden, wenn deren Arbeitgeber unter Druck geraten. Dieses Papier liefert neue Erkenntnisse einer einzigartigen europaweiten Unternehmensstudie über das Phänomen der nominalen und realen Lohnrigidität nach unten. Wir untersuchen die mit der Lohnrigidität verbundenen firmenspezifischen und institutionellen Faktoren und gelangen zu der Schlussfolgerung, dass die Belegschaftszusammensetzung auf Betriebsebene eine Rolle spielt, die sich auch durch entsprechende theoretische Modelle belegen lässt (z. B. Effizienzlohntheorie, Insider-Outsider-Theorie). Wir stellen außerdem fest, dass die Lohnrigidität vom institutionellen Rahmen des Arbeitsmarktes abhängig ist. Gemessen an der Lohnindexierung wirken sich Tariflohnvereinbarungen positiv auf die Reallohnrigidität nach unten aus. Darüber hinaus besteht ein positiver Bezug zwischen nominaler Lohnrigidität nach unten und der Anzahl unbefristeter Arbeitsverträge, wobei dieser Effekt in Ländern mit einem hohen Arbeitnehmerschutz stärker ausgeprägt ist.