Pressemitteilung - Working Paper 176

Über den Ursprung des makroprudentiellen Ansatzes der BIZ zur Schaffung von Finanzstabilität: Alexandre Lamfalussy und die empfindliche Fragilität des Finanzsystems

Bei den internationalen politischen Institutionen ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) für ihre Sensibilität gegenüber Fragen der Finanzstabilität bekannt. Dabei ist sehr typisch für die BIZ der „makroprudentiellen” Dimension der Finanzstabilität. Der makroprudentielle Ansatz der Bank rückte erstmals im Cross Report von 1986 ins Blickfeld. Er definierte die makroprudentielle Dimension als „Sicherheit und Solidität des allgemeinen Finanzsystems und der Zahlungsmechanismen”. In diesem Papier wird behauptet, dass Lamfalussy, der in den Jahren 1976 bis 1993 bei der BIZ war, eine entscheidende Rolle für den Ansatz der BIZ im Bereich der Finanzstabilität spielte. Typisch für Lamfalussy waren eine globale makroökonomische Sicht und der Fokus auf die systemisch relevanten Finanzinstitute, deren Ausfall das gesamte Finanzsystem bedrohen würde. Nach Lamfalussy's Ansicht überlappen sich die mikro- und makroprudentiellen Dimensionen der Finanzstabilität sehr stark. Dieses Papier geht auf Lamfalussy’s Analyse des empfindlichen Fragilität des Finanzsystems ein und versucht, die Gründe für seine Sensibilität in diesem Punkt zu erklären. Zu den wichtigsten Elementen gehören folgende: eine „keynesianische” Weltanschauung (derzufolge eine Marktwirtschaft nicht genügend selbstkorrigierende Kräfte besitzt); die Wichtigkeit der Zyklen gemäß Dupriez (sein Lehrer in Löwen); Lamfalussy’s Erfahrungen als Geschäftsbanker; die Beteiligung der BIZ an Fragen der Finanzstabilität, insbesondere bei der lateinamerikanischen Schuldenkrise 1982-83; und Forschungsarbeiten der Zentralbanken über Innovationen im Finanzsystem Anfang der 80er Jahre.