Pressemitteilung - Working paper 168

Fehlerhafte Modellspezifikation und Lernhypothese zur Erklärung von Wechselkursschwankungen

published in the B.E. Journal of Macroeconomics Vol. 9, Issue 1 (Topics), Article 13, April 2009

Modelle mit Rationalen Erwartungen sind nicht in der Lage, die Entkoppelung zwischen Wechselkursen und makroökonomischen Fundamentaldaten zu erklären. Übereinstimmend mit Umfrageergebnissen zum Verhalten von Devisenhändlern integrieren wir fehlerhafte Modellspezifikation und Lernhypothese in ein gebräuchliches Wechselkursmodell. Händler verwenden einfache Prognoseregeln, die auf eingeschränkten Informationen basieren. Mit der Zeit gewinnen sie Erkenntnisse über die Parameter und die Güte verschiedener Modelle und können dementsprechend von einem Prognosemodell zum anderen wechseln. We errechnen den aus dem Modell hervorgehenden Wechselkurs zwischen US Dollar und britischem Pfund nach der Bretton-Woods-Periode und zeigen auf, dass die hohe Volatilität der Wechselkursrendite unter Annahme eines niedrigen Lerngewinns (learning gain) reproduziert werden kann. Beide Annahmen, d.h. fehlerhafte Modellspezifikation und Lernhypothese, sind erforderlich, um zu diesem Ergebnis zu gelangen. Die Korrelationen mit den Fundamentaldaten hingegen sind höher als in den Daten. Wenn man mehr Verzögerungen in das Modell einbaut, tendieren die Ergebnisse hin zu Rationalen Erwartungen und weg von der Lernhypothese.