Pressemitteilung - Working paper 167

Zurück zu den traditionellen Bankgeschäften? Eine Mikroanalyse der Stabilität des Bankwesens

Dieser Artikel untersucht die Relation zwischen den verschiedenen Strategien der Banken hinsichtlich der Spezialisierung und Diversifizierung ihrer Finanzgeschäfte einerseits und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Banken-Crash andererseits. Mithilfe einer Extremwertanalyse generieren wir zunächst marktbasierte Messgrößen, um die Anfälligkeit der Banken für Systemrisiken zu ermitteln. Diese Anfälligkeit wird mit dem Tail Beta gemessen, der der Wahrscheinlichkeit eines Aktienkursabsturzes einer Bank infolge einer Talfahrt des Aktienkursindex des Bankensektors entspricht. Danach wird der Einfluss der Korrelation zwischen den Zinserträgen und den Nichtzinserträgen auf diese Risikomessgröße untersucht. Die Heterogenität bei den außerordentlichen Bankrisiken scheinen sich auf Unterschiede im Umfang nichttraditioneller Bankgeschäfte zurückführen zu lassen: Zinslose Geschäfte erhöhen den Tail Beta der Banken. Darüber hinaus sind kleinere und stärker kapitalisierte Banken besser gegen extrem ungünstige Bedingungen gewappnet. Diese Relationen fallen in unruhigen Zeiten höher als bei einem normalen Konjunkturverlauf. Ganz allgemein trägt die Diversifikation der Finanzgeschäfte unter einer Schirmgesellschaft nicht zur Stabilität des Banksystems bei, wodurch sich erklären ließe, warum Aktien von Finanzkonglomeraten mit einem Abschlag gehandelt werden.