Pressemitteilung - Working Paper 155

Fiskalische Nachhaltigkeit und politische Auswirkungen für die Eurozone

published in the International Journal of Sustainable Economy, Vol. 3, No. 2, 2011, pp. 210-234.

In diesem Papier untersuchen wir die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung. Mit einem kritischen Ansatz betrachten wir die Prognosen der Arbeitsgruppe Bevölkerungsalterung (Working Group on Ageing Populations - AWG) des Wirtschaftspolitischen Ausschusses der EU und behaupten, dass die Kosten der Bevölkerungsalterung möglicherweise höher sein werden, als dies in dem Referenzszenario der AWG angenommen wird. Unter Berücksichtigung korrigierter Schätzungen der Alterungskosten, die sich in erster Linie aus der von der AWG durchgeführten Sensitivitätsanalyse ableiten, betrachten wir alternative Indikatoren zur Quantifizierung möglicher Nachhaltigkeitsdefizite in den Ländern der Eurozone. Im Hinblick auf die politischen Auswirkungen beurteilen wir die Eignung verschiedener Haushaltsstrategien zur Wiederherstellung einer fiskalischen Nachhaltigkeit unter dem Aspekt einer gerechten Verteilung zwischen den Generationen. Unsere stilisierte Analyse, die auf dem Beitrag der verschiedenen Generationen zum Primärsaldo des Staatshaushaltes basiert, kommt zu der Schlussfolgerung, dass ein hoher Anteil der Alterungskosten vorfinanziert werden muss, wenn die Kosten nicht in überhöhtem Ausmaß auf nachfolgende Generationen abgewälzt werden sollen. Für zahlreiche Länder der Eurozone bedeutet dies, dass die im Zusammenhang mit dem revidierten Stabilitäts- und Wachstumspakt definierten mittelfristigen Ziele deutlich aufwärts auf signifikante Überschüsse korrigiert werden müssten.