Pressemitteilung - Working Paper 121

Dynamische Order Submission-Strategien mit Wettbewerb zwischen einem Dealermarkt und einem Crossing Network

Wir präsentieren ein dynamisches Mikrostrukturmodell, in dem ein Dealermarkt (DM) und ein Crossing Network (CN) in Wechselbeziehung stehen. Verschiedene Akteure, die mit unterschiedlichen Bewertungen eines Vermögenswerts eintreffen, maximieren ihren Gewinn entweder durch den Handel an einem DM oder durch die Vorlage einer Order zur (möglicherweise) unsicheren Ausführung in einem CN. Wir analysieren drei verschiedene Informationshintergründe: Transparenz, "hundertprozentige" Opazität des gesamten Orderflusses und "teilweise" Opazität (d.h., dass die Trades am DM beobachtet werden können). Zu den wichtigen Ergebnissen gehört, dass die Wechselbeziehung zwischen Trading-Systemen bei Transparenz und teilweiser Opazität systematische Muster im Auftragsfluss generiert. Die genaue Beschaffenheit dieser Muster hängt vom Transparenzgrad des CN ab. Bei einem transparenten CN sind sie völlig eindeutig, was sich bei einem opaken CN ins Gegenteil umkehren kann. Unabhängig vom Informationshintergrund konnten wir feststellen, dass ein CN und ein DM unterschiedliche Arten von Händlern anziehen. Investoren, die fest zum Handel entschlossen sind, werden wahrscheinlich einen DM vorziehen. Die Einführung eines CN in Verbindung mit einem DM beeinflusst auch den wirtschaftlichen Wohlstand, da so der gesamte Orderfluss gesteigert wird, indem Trader angezogen werden, die sonst keine Order platzieren würden ("order creation"). Darüber hinaus werden so Transaktionen vom DM "abgezweigt" ("trade diversion"). Wir stellen fest, dass die Koexistenz eines CN und eines DM einen größeren wirtschaftlichen Wohlstand der Händler zur Folge hat als ein DM allein. Darüber hinaus bewirken transparentere Märkte einen erhöhten wirtschaftlichen Wohlstand der Trader, können jedoch den allgemeinen Wohlstand beeinträchtigen.