Pressemiteilung - Working Paper 123

Modelle zur Bestimmung von Ausfallrisiken: Leistungsfähigkeit, Diskrepanzen und interne Ratingsysteme

Es werden eine Reihe von Vergleichsfragen gestellt, die sich auf die Leistungsfähigkeit von Modellen zur Bestimmung des Ausfallrisikos kleinerer, privater Unternehmen beziehen. Für die Untersuchung werden zwei Modelle privater Anbieter, ein von der belgischen Zentralbank (BNB) entwickeltes Modell, sowie das Altman Z-Score-Modell eingesetzt, wobei deren Leistungsfähigkeit, die Diskrepanzen zwischen den Modellen bezüglich der Zuordnung von Ratings für Unternehmen, sowie die Funktionsweise interner Ratingsysteme untersucht werden. Wir analysieren außerdem die möglichen Vorteile, die sich aus einer Kombination der Ergebnisse mehrerer Modelle ergeben können. Wir stellen fest, dass alle vier Modelle bei der Einschätzung von Insolvenzen über einen Zeithorizont von einem Jahr gut abschneiden, obwohl nicht alle Modelle auf der Grundlage von Insolvenzdaten entwickelt wurden, und die Modelle unterschiedliche statistische Methoden verwenden. Dennoch gibt es zwischen den Modellen erhebliche Diskrepanzen bei den Ratings für die Unternehmen, die sich auf die Kredit- und Preisentscheidungen von Banken auswirken können. Wir denken, dass durch die Kombination von Modellen mit ähnlicher Leistung wichtige Vorteile erzielt werden können. Wir zeigen außerdem auf, dass es von Nutzen sein kann, ein schwächeres Modell mit einem stärkeren zu kombinieren, wenn es zwischen den Modellen ausreichend große Diskrepanzen in Bezug auf die Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen gibt. Und schließlich wird noch festgestellt, dass die Anzahl an Klassen für die Funktionsweise des internen Ratingsytems einer Bank wichtiger zu sein scheint, als die Verteilung der Kreditnehmer auf diese Klassen.