Allgemein
Die Statistiken zu den Finanzmärkten bieten einen Einblick in die Entwicklung auf den Finanzmärkten.
Die Preisaspekte: Zinssätze und Wechselkurse
Die Preisaspekte, wie Zinssätze, Renditen und Wechselkurse sind in die getrennten Bereiche „Zinssätze“ und „Wechselkurse“ unterteilt.
Die Zinssätze bestehen aus einer Gesamtheit an Zinssätzen und Renditen, mit denen die Preisniveaus des Geldmarkts, des Kapitalmarkts, die Zinssätze für die Kundschaft in Belgien und die verschiedenen auf den ausländischen Märkten notierten Zinssätze bestimmt werden können.
Die Daten zum (kurzfristigen) Geldmarkt umfassen die Zinssätze der Schatzanweisungen, diejenigen auf dem Interbankenmarkt (EONIA und EURIBOR) und die wichtigsten Zinssätze der Geldpolitik des Eurosystems.
Der Teil (langfristiger) Kapitalmarkt umfasst die auf dem Sekundärmarkt berechneten Renditen der sowohl für Privat- als auch für institutionelle Anleger bestimmten Obligationen unter Staatsgarantie.
Der Abschnitt Kunden umfasst sowohl Soll- als auch Habenzinssätze, sowie einige Listensätze, die eine Überwachung des auf Privatpersonen abgestimmten Teils des belgischen Markts ermöglichen.
Schließlich deckt ein internationaler Teil die Euromärkte und einige ausländische Referenzsätze ab.
Der Bereich, der die Wechselkurse betrifft, umfasst die Elemente des Eurosystems und demnach die EWS-Indikatoren, sowie Valutenkurse aus allen Ländern der Welt. Er enthält auch die Entwicklung des Goldpreises.
Die Marktaktivitäten: Kapital-, Geld- und Börsenmärkte
Was die Marktaktivitäten betrifft, gibt es Statistiken für Wertpapiere und für Aktien.
Sowohl für Wertpapiere mit kurzer als auch mit langer Laufzeit sind mehrere Statistiken verfügbar. Für Wertpapiere, die von der öffentlichen Hand ausgegeben werden, sind Informationen auf individueller Basis in Bezug auf ihre Ausgabe und die Transaktionen auf dem Sekundärmarkt verfügbar. Für entmaterialisierte Wertpapiere, die keine Aktien sind, sind Informationen pro Inhaberschaft verfügbar.
Auch die Entwicklungen auf den Aktienmärkten werden verfolgt. Insbesondere handelt es sich hier um chronologische Serien von verschiedenen in- und ausländischen Börsen für verschiedene Faktoren (Marktkapitalisierung, Umsatz, Börsenindexe, ...). Über notierte Wertpapiere hinaus werden auch Auskünfte über die Ausgabe von Anteilen an OGA erteilt.
Die Zahlungssysteme
Schließlich werden Statistiken über „Zahlungssysteme und -instrumente“ aufgestellt, wie die Anzahl und der Betrag von zwischenbanklichen Zahlungsvorgängen, die Anzahl und der Betrag von Girobezahlungen pro Instrument sowie Statistiken über Zahlungskarten.
Methodologie
Zinssätze
Geldmarktsätze
Das Segment der Geldmarktsätze bezieht sich genau wie die Geldpolitik auf die Sätze der Instrumente mit kurzen und sehr kurzen Laufzeiten. Traditionell gehören dazu die Sätze auf weniger als ein Jahr für liquide Instrumente, die durch beträchtliche rechtliche Garantien gedeckt sind. Die Daten in diesem Bereich werden in drei Gruppen unterteilt:
- die wichtigsten Zinssätze der Geldpolitik:
Dies sind die Sätze, die die Europäische Zentralbank (EZB) hinsichtlich der Refinanzierungsgeschäfte auf zwei Wochen und drei Monate mitteilt, sowie der Zins auf die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität.
- die Zinssätze auf dem Interbankenmarkt, EONIA und EURIBOR:
Der Interbankenmarkt hat zwei Arten von Zinssätzen, die anhand der Angaben einer Gruppe von 57 in der Eurozone verteilten Banken unter Berücksichtigung einer Quote pro Land und unter dem Vorbehalt berechnet werden, dass die Teilnehmer auf dem Euromarkt aktiv und in der Lage sind, mit beträchtlichen Volumen von auf den Eurosätzen basierenden Finanzinstrumenten zu handeln.
EURIBOR (Euro Inter Bank Offered Rate): um 11 Uhr (Brüsseler Zeit) berechnetes nicht gewogenes Mittel der angebotenen Zinssätze („prime rate“).
EONIA (Euro OverNight Index Average): von der EZB berechnetes gewogenes Mittel der Tagesgeldzinssätze auf ungedeckte Anleihen.
- die Referenzzinssätze für Schatzanweisungen des belgischen Staats auf dem Sekundärmarkt:
Sie bilden das rechnerische Mittel der An- und Verkaufszinsen der wichtigsten primary dealers und ermöglichen eine Überwachung der Zinssätze der „notwendigen“ Marktmacher.
- Zinssätze der Eurovaluten:
Diese Zinssätze beziehen sich auf den Depositenmarkt zwischen den Finanzinstituten außerhalb des nationalen Markts der betreffenden Valuta. Bis 1990 handelte es sich hier um das Mittel aus den Geld- und Briefsätzen, ab 1991 um die Briefsätze, die man aus einer Erhebung bei den wichtigsten Marktteilnehmern erhält.
Kapitalmarktsätze
Der Kapitalmarkt besteht aus Instrumenten mit langer Laufzeit, die Forderungen oder Besitz
darstellen können. Die in diesem Bereich angegebenen Zinssätze von repräsentativen Schuldscheinen sind die des Sekundärmarkts für Staatsanleihen, sowie die auf Basis dieser Wertpapiere berechneten
Renditen.
- Die Anleihen sind staatliche Emissionen in Euro mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr, für die ein Königlicher Erlass im Belgischen Staatsblatt erschienen ist. Es geht daher um unterschiedliche Wertpapiere unter Staatsgarantie, wie klassische Anleihen (für private und institutionelle Anleger), Anleihen, die nur für Privatanleger bestimmt sind (wie die Staatbonds) und Anleihen für institutionelle Anleger (wie die OLO). Die Proben enthalten weder Anleihen, deren ausstehender Betrag unter einem bestimmten Betrag liegt, noch Anleihen, die an spezielle Bedingungen geknüpft sind.
Was die linearen Obligationen (OLO) betrifft, die eine große homogene Gruppe bilden (entmaterialisiertes Wertpapier, assimilierbare Obligation, System der Ausschreibungen pro Tranche, usw.), geht es einerseits um die durchschnittlichen Renditen der OLO mit einer verbleibenden Laufzeit von 1 bis 12 Jahren und mehr und andererseits um die Renditen, die auf einer festverzinslichen Laufzeit basieren (theoretische Laufzeit von 1 bis 30 Jahren), oder anders ausgedrückt auf einer Interpolation in der Renditekurve (am Fälligkeitstag, berechnet anhand bestimmter Instrumente wie OLO und Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von 12 Monaten).
- Renditen auf den nationalen Sekundärkapitalmärkten:
Hier verfügt man über die „benchmark“-Anleihen für eine Reihe von Ländern, mit anderen Worten die Rendite eines staatlichen Wertpapiers, welches von den Währungsbehörden als Referenz für eine verbleibende Laufzeit von 10 Jahren ausgewählt wurde. Daneben werden die Renditen angezeigt, die von den nationalen Zentralbanken für Anleihen berechnet werden, die als „benchmark“ dienten und die den nationalen Definitionen von „langfristig“ entsprachen, nämlich Laufzeiten von 5 Jahren und mehr bis hin zu 10 Jahren.
- Markt der Euro-Obligationen: die Renditen auf den Sekundärmärkten sind in der „Offiziellen Notierung von Luxemburg“ aufgenommen, wo sie für kurze (unter drei Jahren), mittellange (drei bis sieben Jahre), und lange Laufzeiten (sieben bis 15 Jahre).berechnet werden.
Zinssätze für Kunden
Soll- und Habenzinssätze der normalisierten europäischen Erhebung (MIR):
Der Verlauf der Zinssätze ist eine wichtige Informationsquelle für die Geldpolitik des Eurosystems. Um die Befragung über die von den Monetären Finanzinstituten angewendeten Zinssätze zu harmonisieren, hat die EZB beschlossen, die Definitionen, die Berechnungsweisen, die Messzeiträume und die von den Zentralbanken der Länder angewendeten Verfahren für die Auswahl der Monetären Finanzinstitute zu normalisieren. Die Harmonisierung wird in der Verordnung EZB/2001/18 vom 20. Dezember 2001 beschrieben.
Mehr dazu erfahren Sie auf der Website der MIR: (Niederländisch - Französisch).
Beobachtungsstelle für Unternehmenskredite
Die Daten in der Beobachtungsstelle beziehen sich hauptsächlich auf die ausstehenden Beträge von Krediten an Unternehmen, die von den Kreditanstalten angewendeten Zinssätze und die Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf den Kreditmärkten.
Die Daten zu den Sollzinssätzen stammen aus einer im Eurogebiet harmonisierten Erhebung bei Kreditanstalten. Die angegebenen Zinssätze fügen sich den Marktgegebenheiten, da sie sich auf die tatsächlichen Zinssätze beziehen, die die Kreditanstalten auf alle neuen Kreditverträge im Bezugsmonat angewendet haben.
Mehr dazu erfahren Sie auf der Website der Beobachtungsstelle: (Niederländisch - Französisch).