CEC

Die überwiegende Mehrheit der bargeldlosen Zahlungen besteht aus Kleinbetragszahlungen; diese werden vom 1974 eingerichteten Austausch- und Verrechnungszentrum CEC (Centre for Exchange and Clearing) abgewickelt. Das CEC ist das belgische automatisierte Interbank-Zahlungssystem für Kleinbetragszahlungen.

Anpassung der Durchführung des Zahlungs- und Verrechnungsverkehrs

Im März 2013 wird der belgische Zahlungs- und Verrechnungsverkehr zwischen den Banken den Anforderungen der Aufsichtsbehörden angepasst. Dadurch soll das Risikomanagement der Zahlungs- und Abwicklungssysteme noch effektiver und effizienter gestaltet werden.

Ab diesem Zeitpunkt werden die belgischen Banken die Konten der Begünstigten erst nach Erhalt des entsprechenden von der Mutterbank überwiesenen Betrags erkennen. In der Praxis bedeutet dies, dass die ersten Buchungen des Tages auf den Konten der Begünstigten nach einem angepassten Zeitschema ablaufen. Es ist somit möglich, dass diese Buchungen später erfolgen als dies derzeit der Fall ist. Dennoch werden sämtliche gesetzliche Bestimmungen über die Durchführung und Buchung der Zahlungen vollständig eingehalten.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Ihre Bank.


Volumen

In 2011 bearbeitete das CEC durchschnittlich 4,9 Millionen Zahlungen pro Tag mit einem täglichen Gesamtbetrag von 3,5 Milliarden Euro. Bei etwa der Hälfte der Vorgänge handelt es sich um Überweisungen.

FUNKTIONSWEISE

Das CEC ist die zentrale Stelle, an der die Transaktionen der Einreicher- und Empfängerbanken zusammenlaufen. Es organisiert den Verkehr der bargeldlosen Kleinbetragszahlungen (retail oder low value payments) zwischen Haushalten, Unternehmen und Gebietskörperschaften.

Die CEC-Teilnehmer können rund um die Uhr (24 Stunden am Tag, sechs Tage in der Woche) Zahlungsaufträge austauschen. Dies geschieht ausschließlich auf dem elektronischen Wege. Gegebenenfalls ursprünglich in Papierform eingereichte Zahlungsaufträge (Schecks und Überweisungen) werden von der einreichenden Bank archiviert. Dieses Grundprinzip nennt sich „truncaction“ und wurde 1974 weltweit erstmalig vom CEC angewendet.

Das CEC bearbeitet die folgenden Zahlungen: Überweisungen (bis 500.000 EUR), Schecks (bis 25.000.000 EUR), unbezahlte Schecks, Einzugsermächtigungen, unbezahlte Einzugsermächtigungen und Kartenzahlungen (Debitkarten, Kreditkarten und elektronische Geldbörse PROTON). Mengenmäßig machen sie rund 99,61% aller bargeldlosen Interbank-Zahlungsaufträge in Belgien aus, vom Wert her gesehen 2%. Die übrigen Interbank-Zahlungsaufträge werden über TARGET2-BE (Bestandteil des Europäischen Zahlungssystems für große Beträge TARGET2) ausgetauscht. Die einreichenden Teilnehmer senden ihre Zahlungsaufträge nach Zahlungsart sortiert an das CEC. Das CEC unterzieht sie einer syntaktischen und inhaltlichen Kontrolle, sortiert die Transaktionen nach Empfängern und benachrichtigt sofort die teilnehmenden Empfänger. Ist der Zahlungsauftrag erst einmal erteilt, können die einreichenden Teilnehmer ihre Mitteilungen nicht mehr zurückziehen. Während eines CEC-Geschäftstags können die Kreditinstitute ständig ihre Liquiditätslage abfragen. Für jede Zahlungsart gibt es einen bestimmten Annahmeschluss, aber um 15 Uhr werden vom CEC sämtliche Buchungen für den jeweiligen Tag abgeschlossen, und danach beginnt ein neuer Geschäftstag.

Das CEC ist ein Netto-Zahlungssystem, das einmal pro Tag, um etwa 15.15 Uhr, einen multilateralen Netto-Saldo pro teilnehmender Bank an das Zahlungssystem TARGET 2 des Eurosystems übermittelt, wo er auf den Konten der Bank verbucht wird. Für die Bezahlungen, die vor 15.00 Uhr ausgetauscht wurden, erfolgt die Begleichung somit am selben Tag („same day settlement“).

Die dritte Generation von UCV, UCV III, wurde im Mai 2005 implementiert und verfügt über optimale Technologien, um die Betriebssicherheit und die Qualität der Dienstleistungen auf dem höchsten Niveau zu halten.

2008 begann das CEC mit der Verarbeitung von europäischen Überweisungen. Die europäischen Zahlungsinstrumente wurden im Rahmen des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA - Single Euro Payments Area) entwickelt, dessen Ziel es ist, einen europäischen Markt für Zahlungsdienste zu schaffen.

STRUKTUR

Das CEC ist eine gemeinnützige Vereinigung, deren Vorsitz die Nationalbank inne hat Der Verwaltungsrat besteht aus Vertretern der bedeutendsten in Belgien tätigen Banken, der Post und des belgischen Bankenverbands Febelfin. Mitglieder sind die Kreditinstitute belgischen und ausländischen Rechts sowie ATOS Worldline. Der Verwaltungsvertrag zwischen dem CEC und der Nationalbank regelt die operative Durchführung des Zahlungsverkehrs, die Bereitstellung der Räumlichkeiten, der Computer und des Personals der Nationalbank.

STATUTEN

Die CEC-Statuten besagen, dass jedes in Belgien tätige Kreditinstitut Mitglied beim CEC werden kann, wenn es bestimmte technische, rechtliche und finanzielle Kriterien erfüllt. Die Kreditinstitute können gegebenenfalls den Status eines indirekten Mitglieds erwerben und sich von einer anderen Bank vertreten lassen, die direktes Mitglied des CEC ist. Etwa ein Fünftel der rund 100 in Belgien tätigen Banken belgischen oder ausländischen Rechts sind als direktes Mitglied beim CEC gemeldet.

GESCHÄFTSBERICHTE

Der Jahresabschluss steht nur im Niederländisch und Französisch zur Verfügung. Bitte entschuldigen Sie uns dafür.

SEPA Self-Assessment und Registrierungs- und Teilnahmegebühren

BLUEBOOK

Das Blue Book “Payment and Securities Settlement Systems in the European Union” ist eine offizielle Publikation des Eurosystems für das gesamte europäische Zentralbankennetz. In den Länderkapiteln ('country chapters') wird die nationale Infrastruktur der Zahlungs- und Wertpapierabwicklungssysteme dargestellt. Die statistischen Anhänge (die sogenannten Blue Book-Tabellen) beinhalten landesspezifische Daten für die Jahre 1997 - 2001, während die vergleichenden Tabellen ('comparative tables') alle 15 Staaten auf der Datenbasis des Zeitraums 1997 – 2001 umfassen.

Die Veröffentlichung des Blue Book erfolgt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken der Europäischen Union.

Der gesamte Bericht kann über die Blue Book-Seite auf der Website der EZB eingesehen werden.

NUR FÜR PROFESSIONELLE NUTZER