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Zulässige
Aufträge
ELLIPS
bearbeitet nur auf Euro lautende Zahlungsaufträge, sowohl
Interbank-Aufträge (MT202) als auch Kunden-Aufträge (MT100/103).
ELLIPS
bearbeitet sowohl inländische als auch grenzüberschreitende
Zahlungen. Die grenzüberschreitenden Zahlungen sind für Banken
eines EU-Landes bestimmt, das an TARGET teilnimmt, auch wenn es noch
nicht Mitglied der Währungsunion ist.
Zahlungsweise
Bearbeitungsverfahren
– inländische zahlungen

Die
an ELLIPS gesandten Aufträge werden sofort auf Echtheit geprüft.
Wird ein Auftrag zurückgewiesen, erhält der Einreicher umgehend
eine SWIFT-Mitteilung.
Die
angenommenen Aufträge werden in einem Bestand registriert und vom
System in der Reihenfolge ihres Eingangs nach dem FIFO-Prinzip (first
in, first out) bearbeitet.
Wenn
es für den Einreicher keine Warteschlange (WS) gibt, wird die
Bearbeitung des Auftrags wie folgt fortgesetzt:
- die
für die Durchführung der Zahlung notwendige Information wird
dem ausführlichen Auftrag entnommen und an das
Girokontenprogramm der BNB (RECOUR) geleitet.
- verfügt
der Einreicher über ausreichende Mittel, wird die Zahlung
durchgeführt (Belastung des Einreichers, Erkennung des Begünstigten)
und wird dadurch endgültig; ELLIPS wird von dieser Zahlung
benachrichtigt und sendet dem Empfänger sofort den ausführlichen
Auftrag. Reichen die verfügbaren Mittel nicht für die Durchführung
der Zahlung aus, leitet RECOUR diese Information an ELLIPS, das
den betreffenden Auftrag in die WS stellt.
Bearbeitungsverfahren
– grenzüberschreitender zahlungen
Die
Prüfung grenzüberschreitender Zahlungen und ihre mögliche
Einstellung in die Warteschlange läuft genauso ab wie bei inländischen
Zahlungen. Der Unterschied liegt in der Durchführung der
Transaktionen. Nur der Auftraggeber unterhält nämlich ein Konto
bei der BNB. Der Begünstigte hingegen unterhält ein Konto bei
einer anderen NZB (vgl. Schaubild Seite 4).

Für
die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen über ELLIPS wurde
ein künstlicher Teilnehmer BNB/IL geschaffen.
Eine
grenzüberschreitende Zahlung über ELLIPS läuft wie folgt ab:
- eine
belgische Bank A sendet einen Zahlungsauftrag für die Bank B in
einem TARGET-Teilnehmerland an ELLIPS;
- ELLIPS
prüft den Auftrag;
- verfügt
die Bank über eine ausreichende Deckung, belastet ELLIPS die
Bank A und schreibt den Betrag BNB/IL gut;
- die
Interlink-Komponente belastet BNB/IL und erkennt die NZB des
Bestimmungslands;
- die
Interlink-Komponente sendet danach ein PSMR (Payment System
Message Request) an die NZB des Bestimmungslands;
- die
NZB antwortet mit einer PSMN (Payment System Message
Notification). Ist die PSMN positiv, ist die Zahlung endgültig.
Das bedeutet, dass der begünstigte Teilnehmer den Betrag auf
dem Konto der empfangenden NZB gutgeschrieben bekam. Ist die
PSMN negativ, wird der Betrag der Bank A über ELLIPS zurückerstattet.
liquiditätsverwaltung
in Ellips.
Verwaltung
der Prioritäten
Die
ELLIPS-Teilnehmer können ihren Zahlungen einen Prioritätscode von
1 bis 9 zuweisen. Die Codes von 1 bis 6 sind für Zahlungen
bestimmt, bei denen keine Mittelreservierung erfolgt (siehe weiter
unten). Bei Zahlungen mit Mittelreservierung müssen die Codes von 7
bis 9 verwendet werden.
Die
Warteschlange
Das
nachstehend beschriebene intelligente By-pass-FIFO-System der
Warteschlange sorgt für den schnellen Durchlauf der Zahlungen.
Wenn
für den Einreicher eine WS existiert, wird der Betrag des neu
eingereichten Auftrags mit den bereits in der WS stehenden Aufträgen
der selben Priorität verglichen. Wenn er geringer ist als alle
anderen Beträge der WS und die WS auch keinen Auftrag mit höherer
Priorität enthält, wird der Auftrag so behandelt, als gäbe es
keine WS. Ansonsten wird der neue Auftrag in die WS gestellt.
Bestimmte Aufträge können vordringlich behandelt werden. Diese
Aufträge sind mit einem Dringlichkeitscode versehen. Eine
Aufstockung der verfügbaren Mittel des Einreichers führt zur
Bearbeitung dieser Aufträge in der WS. Die mit einem
Dringlichkeitscode versehenen Aufträge werden immer zuerst ausgeführt;
Aufträge mit dem gleichen Prioritätscode werden nach dem
FIFO-Prinzip ausgeführt.
Die
Reservierung von Mitteln
Dank
des Mittelreservierungs-Systems kann der ELLIPS-Teilnehmer einen
oder mehrere Beträge auf seinem Girokonto blockieren, um die Ausführung
eines oder mehrerer Aufträge zu gewährleisten. Diese
Reservierungen werden in der Girokonten-Anwendung der BNB ausgeführt.
Die
Annullierung einer Zahlung
Ein
ELLIPS-Teilnehmer kann eine Zahlung, die in der Warteschlange steht,
annullieren lassen, indem er einen Antrag auf Streichung an ELLIPS
sendet. Auf der Grundlage dieses Antrags und des Einverständnisses
des begünstigten Teilnehmers streichen die ELLIPS/TARGET-Betreiber
die Zahlung manuell in ELLIPS.
Kollektive
Freigabe
Dieses
Verfahren wird fünf Minuten nach Abschluss der Kundenzahlungen (in
der Regel um 17 Uhr) und der Interbankenzahlungen (in der Regel 18
Uhr) automatisch eingeleitet. Das kollektive Freigabeverfahren
beendet die Verarbeitung der Aufträge, die zu diesem Zeitpunkt möglicherweise
noch in der Warteschlange stehen. Dazu wird - in der Annahme, dass
alle Aufträge gleichzeitig ausgeführt wurden - pro Teilnehmer ein
Saldo simuliert. Wenn kein Teilnehmer einen negativen Saldo
aufweist, wird jede Zahlung einzeln ausgeführt. Andernfalls
benachrichtigt der ELLIPS/TARGET-Verantwortliche die Teilnehmer,
deren Saldo nicht ausreicht, und fordert sie dazu auf, die für die
Freigabe erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
Bei
Auftreten von Grid-Lock (einander blockierende Warteschlangen von
Zahlungen) kann dieses Verfahren auch manuell in Gang gesetzt
werden.
Innertageskredit
Die
BNB stellt ihren Gegenparteien einen kostenlosen Innertageskredit
zur Verfügung, mit dem die im Tagesverlauf auf dem
Verrechnungskonto der begünstigten Institute entstehenden
Euro-Verbindlichkeiten finanziert werden können. Dieser
Innertageskredit ist im Prinzip nichts Anderes als ein durch
Sicherheiten gedeckter Kontokorrentkredit. Die Höchstgrenze eines
Innertageskredits, über die ein Institut verfügen kann, hängt von
dem beleihbaren Anteil der von ihm hinterlegten Sicherheiten ab.
Die
BNB verfügt über ein gesetzliches Vorrecht auf sämtliche lombardfähigen
Wertpapiere, die die Gegenparteien auf einem bei der BNB geführten
Konto oder in deren Wertpapierclearingsystem als Eigenmittel halten.
Das
Finanzmodul
Mit
diesem Modul können die ELLIPS-Teilnehmer Informationen über
alles, was sich während eines Tages innerhalb der Zahlungssysteme
getan hat, abrufen. Ein Teilnehmer erhält automatisch Auskünfte über :
- Möglichkeiten
der Kreditaufnahme bei der BNB;
- Stand
seines Girokontos bei der BNB;
- die
auf dem BNB-Konto vorgenommenen Buchungen, insbesondere die
ELLIPS-Zahlungen ;
- Transaktionen
aus oder für andere TARGET angeschlossene RTGS-Systeme;
- Situation
bei den peripheren Systemen;
- die
Warteschlange seiner noch nicht ausgeführten Aufträge;
- die
Warteschlange der für ihn bestimmten Aufträge.
Der
Tagesabschluss
ELLIPS
nimmt Kundenaufträge (MT100/MT103) nicht mehr nach 17.00 Uhr
entgegen, mit Ausnahme der von TARGET kommenden grenzüberschreitenden
Aufträge. Um 17.05 Uhr versucht ELLIPS, diejenigen Aufträge, die
sich noch in der Warteschlange befinden, abzuwickeln. ELLIPS wendet
ggf. das kollektive Freigabeverfahren an. Diese kollektive Freigabe
wird durch den Betreiber des Systems getätigt.
Nach
18.00 Uhr nimmt ELLIPS auch keine Interbankaufträge (MT202) mehr
an, mit Ausnahme der von TARGET kommenden grenzüberschreitenden
Aufträge. Um 18.05 Uhr wird auch hier eine kollektive Freigabe
durchgeführt.
Führt
die Freigabe dieser beiden Auftragsarten nicht zur Abwicklung aller
sich zu diesem Zeitpunkt in der WS befindlichen Aufträge, werden sämtliche
grenzüberschreitenden Aufträge in der WS gelöscht.
Aufträge
mit Bezug zur Geldpolitik können bis 18.30 Uhr erteilt werden.
Alle
Aufträge, die sich bei Geschäftsschluss von ELLIPS noch in der WS
befinden, werden zu diesem Zeitpunkt gelöscht. Unter normalen Umständen
schließt ELLIPS um 18.30 Uhr.
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